Weiter geht die Reise nach Süden, die Berge der Vogesen werden langsam höher. Im Weiler Steinbach können wir auf einem Wanderparkplatz gut stehen, der kleine Bach La Massig kühlt auch ein wenig. Die Wanderrouten in den Vogesen führen meist durch dichten Wald, was bei den jetzt herrschenden Temperaturen durchaus angenehm ist. Zudem gibt es vielerlei Bäume: Tannen und Kiefern, Lärchen, Buchen, Eichen und Linden. Das sind zumindest die Arten, die ich kenne.
Heute geht es erst einmal steil den Berg hinauf. In Obersteigen steht ein kleines Juwel: die Chapelle de l’Assemption de la Vierge. Ein ältere Dame, die hier wohnt, erklärt mir im besten Deutsch einige Besonderheiten. Als Friedrich II. in Aachen zum Kaiser gekrönt werden sollte, belagerte sein Feind Otto IV. die Krönungsstätte. So wurde beschlossen, die Kapelle in Obersteigen nach dem Dom zu Aachen in eine achteckige Kirche umzubauen. Doch mittlerweile besiegt ein Franzose Otto IV. und Friedrich konnte nach Aachen ziehen. Naja. Das stimmt nun nicht ganz, den Friedrich und seine Frau wurden am 22. November 1220 vom Papst in Rom zu Kaiser und Kaiserin gekrönt. Aber interessant ist die Geschichte dennoch.
Weiter geht die Wanderung zum Rocher de Muhlberg, an dem sich wieder einige Kletterer versuchen. Über den Himbeerfelsen komme ich zum Backofenfelsen, der eine grandiose Sicht bietet und zudem durch die hoch stehende Sonne gut aufgewärmt ist. Einige munter sprudelnde Brunnen bringen eine erfreuliche Abkühlung. Zuletzt komme ich in Wagenburg an, das während des Zweiten Weltkrieges ein wichtiger Stützpunkt der französischen Armee war. Heute ist es friedlicher, denn auf der Burg findet ein fröhliches Fest statt. Einige Männer und Frauen haben recht fantasievolle Kostüme angezogen, ein bisschen zum Fürchten. Ein Dudelsackpfeifer spielt zum Tanz auf. Ich schaue dem Treiben bei einem leckeren Flammkuchen zu.












