VON DER WASSERALM ZUM KÄRLINGER HAUS

Nach der gestrigen langen Wanderung wird es heute eine gemütliche Tour. Wie jeden Tag brauchen wir erst einmal einen Pott Kaffee, bevor wir losmaschieren. Auf der schönen Lichtung der Wasseralm vertrödeln wir etwas Zeit und warten, bis die umliegenden Bergspitzen in der Morgensonne erstrahlen.

Gemütlich schlängelt sich der Steig durch einen grünen Mischwald. Aber auch hier leiden vor allem die mit flachen Wurzeln ausgestatteten Tannen unter der Trockenheit. Auf großen Flächen stehen einzig noch die Gerippe der großen und bestimmt recht alten Bäume. Und hier im Nationalpark Berchtesgaden bleibt die Natur sich selbst überlassen. 

Ein kleiner Abstecher bringt uns zum Halsköpfl. Über 1000 m unter uns liegt der tiefblaue Königssee zwischen die steilen Bergflanken. Viele Ausflugsboote ziehen wie Wasserläufer ihre Bahnen zum malerischen Kirchlein St. Bartholomä.

Ein Schilfgürtel verwehrt uns ein erfrischendes Bad im Schwarzsee. Besser ist es am Grünsee. Zwar müssen wir hier einige wertvolle und steile Höhenmeter absteigen. Doch der Schwumm im recht frischen Wasser tut richtig gut und der Schweiß der letzten Tage ist abgewaschen. Nach einer ausgiebigen Rast schlendern wir weiter zu unserem Tagesziel, dem Kärlinger Haus, das plötzlich nach einer Wegbiegung vor uns liegt. Nach einem herzhaften Essen umrunden wir den malerisch gelegenen Funtensee, angeblich der kälteste Fleck Deutschlands. Am 24. Dezember 2001 wurden hier – 45,9 0C gemessen. Die Gemeinde Berchtesgaden bat den „Wetterfrosch“ Jörg Kachelmann, die niedrigen Temperaturen nicht mehr zu nennen, diese würden viele Touristen abschrecken. Doch heute ist davon nichts zu spüren, es ist immer noch unwahrscheinlich warm, obwohl wir auf knapp 1700 m sind. Wir umrunden den See und schwitzen schon beim Sitzen und Staunen ob der grandiosen Landschaft vor der Hütte der Enzianbrennerei Grassl (diese unterhält hier mehrere Hütten, in denen der Schnaps gebrannt wird. Obwohl auf den Flaschen der Blaue Enzian abgebildet ist, wird der Schnaps aus den Wurzeln des Gelben Enzians gewonnen). Am späten Nachmittag zieht eineRegenfront über uns hinweg, die nur für kurze Zeit eine kleine Abkühlung bringt. Kurze Zeit später scheint schon wieder die Sonne.

Tourdaten:

Strecke: 10,7km

Aufstieg: 693 m

Abstieg: 489 m

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