VOM KÄRLINGER HAUS ZUM INGOLSTÄDTER HAUS

Die letzten Wolkenreste des gestrigen kurzen Regenschauers ziehen über den morgendlichen blauen Himmel ab. Doch als wir kurze Zeit später, natürlich erst nach einem Kaffee, aufbrechen, ziehen nur noch ein paar dünne Schleierwolken ihren Weg über den sonst blauen Himmel

Wir verlassen das Kärlinger Haus, wandern am spiegelglatten Funtensee vorbei, holen uns reichlich frisches Wasser an der Enzianbrennhütte und passieren die letzten, einzeln stehen Bäume.  Danach wird es karg, wir sind im Steinernen Meer, ein eindrucksvolles Karsthochplateau. Ein Steinwall hinter dem anderen baut sich auf, wie wogende Wellen. Nur ab und zu, wo sich ein wenig Feuchtigkeit hält, leuchten einzelne Blumen und ganze Polster in den unterschiedlichsten Farben. So lebensfeindlich diese Landschaft auch ist, so faszinierend ist sie. So kommen wir nur langsam voran. Unentwegt fotografieren wir jede Blume und jedes neue Panorama. Uns überrascht, wie gut der Weg ausgebaut ist: Er wirkt wie gefegt, es liegen keine größeren Steine herum und Stufen erleichtern die kurzen Auf- und Abstiege. Ein Denkmal weißt uns darauf hin, dass der Steig Teil der 52 km langen Almer Wallfahrt ist, die jährlich am ersten Samstag nach dem Bartholomäustag stattfindet. (Die Geschichte der Almer Wallfahrt geht zurück bis ins Jahr 1635. Der Legende nach wurde sie von den Saalfeldenern als Dank für eine Reihe überstandener Pestepedemien ins Leben gerufen.) Gegen Mittag erreichen wir das Riemannhaus, aussichtsreich am Fuße des Sommersteins gelegen. Im grünen Tal liegt Maria Alm, am Horizont präsentiert sich der Großglockner, davor liegt der Zeller See. 

Für den Nachmittag ist Regen vorhergesagt und wir haben noch drei schweißtreibende Stunden durch die heiße Steinwüste vor uns. So belassen wir es bei einer kurzen Brotzeit und wandern, weiterhin staunend, durch die bizarre Felsenwelt. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel und zusätzlich reflektieren die weißen Steine die Wärme. Glücklich und voller wunderbarer Eindrücke erreichen wir das Ingolstädter Haus. Unseren Platz auf der Terrasse verteidigen wir bis lange nach Sonnenuntergang. Das angesagt Gewitter bleibt über dem Kaiser hängen, ab und zu erhellt ein Blitz den nächtlichen Himmel. Der Hüttenwirt spielt uns auf einem Horn noch ein Ständchen. Dann sinken wir müde in unser Lager.

Tourdaten:

Strecke: 12,6 km

Aufstieg: 862 m

Abstieg: 372 m

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