Neue Heilbronner Hütte – Muttenjoch – Gaisspitze – Friedrichshafener Hütte
Nachdem für übermorgen Regen und Gewitter angesagt ist, ändere ich meinen Plan und bleibe nur eine Nacht in der Friedrichshafener Hütte. Dem Wirt der Darmstädter Hütte schreibe ich eine Nachricht, dass ich nun zwei Nächte bleiben möchte. Antwort bekomme ich keine. Aber auf seiner Homepage verspricht er, dass jeder bleiben kann, der kommt.
Heute steht eine gemütliche und kurze Etappe auf dem Plan. Der Steig verläuft anfangs auf gleicher Höhe über weite Almböden. Bevor es stetig steiler hinauf zum Muttenjoch auf 2620 m geht, quere ich die junge Rosanne. Ein blaugrüner See schimmert in der Sonne, eingebettet zwischen den glatt geschliffenen Felsen. Dann wartet der Gipfel der Gaisspitze auf mich, die sich auf 2779 m erhebt. Ohne Rucksack läuft es sich leicht, zuerst über Schotter und schließlich, kurz unterhalb des Gipfels, steil und durch eine Kette gesichert zum aussichtsreichen Gipfel. Vor mir erstreckt sich die Silvretta. Das Jamtal und die Martin Busch Hütte auf dem Moränenhügel liegen gegenüber. Ein einheimischer Wanderer zeigt mir die Dreiländerspitze, den Piz Puin und das Fluchthorn. Vor vielen Jahren habe ich den markanten Berg mit einem Bergführer im Nebel und über Eis bestiegen. Das eisbehangene Gipfelkreuz habe ich noch gut im Gedächtnis. In den letzten Jahren hat er der Berg 80 m seines Gipfels verloren, als Folge des zurückgehenden Permafrostes. Es ist ein gemütlicher Tag, auch der Abstieg über die weiten Almwiesen ist angenehm zu laufen. Nach einer kurzen Mittagsrast erreiche ich die Friedrichshafener Hütte auf 2138 m. Ich stärke mich mit Tiroler Knödel in der Suppe sowie einem fantastischen Kaiserschmarrn. Das Essen auf den Hütten ist einfach genial.







