Durch den Nebel im Tiefflug in die Auvergne

Kaum haben wir unseren Aussichtsplatz im Schwarzwald am Schauinsland verlassen und kommen hinunter nach Freiburg, hüllt uns dichter Nebel ein: Die jahreszeitlich typische Hochdrucklage mit Inversion im Herbst. So eilen wir, ganz untypisch für uns, in großen Schritten durch Frankreich: Unter dem Hochnebel, im Nebel und für ein paar Momente sogar über dem Nebel.

Nachdem wir uns in Ottmarsheim, meist unsere erste Übernachtungsstation in Frankreich, an einem fahrenden Stand mit einer sehr leckeren Pizza gestärkt haben fahren wir mit nur einem Zwischenstopp weiter, vorbei an Besançon ins Dörfchen Thoraise. Hier treffen wir unseren alte Bekannten, den gemächlich dahin fließenden Doubs wieder. Um es den früheren Schiffern etwas leichter zu machen, haben die Kanalbauer des Rhein-Rhône-Kanals die Flussschleife von Thoraise abgeschnitten und einen Bergvorsprung untertunnelt. Ein Spaziergang führt durch die herbstlich bunte Natur von den beiden Tunneleingängen auf die Anhöhe. Sogar ein paar Blümchen lassen sich noch blicken.

Einen Zwischenstopp legen wir in Dole, auch am Doubs gelegen, ein. Zu uns gesellen sich weitere 40 Wohnmobile. Die gegenüberliegende Ortschaft ist im Nebel meist nur zu erahnen.

Viel Wetterglück haben wir, als wir den Hügel zum Dorf Mont Saint-Vicent erklimmen. Auf etwa 600 m sind wir für ein paar Stunden über den Wolken. Wie gut die Sonne und die Wärme tun. Die Gräber sind mit frischen Blumen bunt geschmückt, es ist Allerheiligen, was sonst eher selten ist. Meist zieren nur Plastikblumen die Ruhestätten. Dann ein Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch. Eigentlich wollten wir noch einen Tag bleiben, doch am Morgen sehen wir kaum fünfzig Meter weit.

In Le Mayet-de-Montagne standen wir vor zwei Jahren schon ein paar Tage. Als wir ankommen, scheint die Sonne nur kurz durch die Wolken, dann sehen wir nicht einmal mehr das nahe Ufer. Auch am nächsten Morgen ist die Freude nur kurz, kaum hat sie den Himmel kurz leuchten lassen, versteckt sie sich hinter dicken Nebelschwaden. Also weiter fahren in den Süden.

Und dann reist plötzlich der Himmel auf, vor uns nur strahlender Sonnenschein. Wir sind in der Vulkanlandschaft der Auvergne, nahe Mont-Dore, angekommen. Hier nisten wir uns auf dem Col de la Croix Morand auf 1400 m ein. Tags über klettert das Thermometer auf 20 0C, fast schon sommerlich warm. Aber es liegt die herbstliche Frisch in der Luft. Und natürlich müssen wir zum Col de Guéry. Von hier gibt es „den“ beeindruckenden Ausblick der Auvergne auf den Roche Tuillière und den Roche Sanadoire. Nur wer hier war, so heißt es, war wirklich in der Auvergne.

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