Nach drei Wochen und guten 2000 km überqueren wir die Grenze zu Spanien. Kein Nationalitätenschild weißt uns darauf hin, wir bleiben ja im Baskenland. Aber an den Dieselpreisen sehen wir, dass wir in unserem Zielland angekommen sind: 1,45 € kostet der Liter.
Nachdem wir die Pässe und den Nebel hinter uns gelassen haben, halten wir beim Kloster Oreaga, dem baskischen Namen für Roncesvalles, einem Ort voller Mythen und Geschichte. Als Karl der Große 778 nach einem erfolglosen Feldzug gegen die Mauren hier ankam, fügten baskische Krieger seiner Nachhut eine verheerende Niederlage bei. Auch ist der Ort eine wichtige Station des Jakobsweges, auf dem wir heute schon ein paar Pilger sahen. Und für die Basken ein Symbol, dass kleine Länder gegen große bestehen können.


Unsere erste Übernachtungsstation ist Pamplona, Hauptstadt der autonomen Region Navarra. Dies ist so gar nicht typisch für uns, da wir gerne Großstädte meiden. Doch am Stadtrand liegt ein ruhiger offizieller Wohnmobilplatz mit Sicht auf die Stadt. Pompeius, von dem sich auch der Name ableitet, gründete die Stadt 74 v.u.Z. Da sie am strategisch wichtigen Pyrenäenübergang Roncesvalles liegt, den wir gerade überquerten, wurde sie mehrmals zerstört und immer wieder stark befestigt. Bekannt ist Pamplona auch wegen seiner der Encierro, bei dem totesmutige Menschenmassen in den engen Gassen vor einem Stier davon laufen. Wohnzimmer der Stadt ist die Plaza del Castillo mit einigen handtuchbreiten Häusern. Inmitten des Häusermeeres und den engen Gassen erhebt sich die gotische Kathedrale Santa Maria la Real. Etwa deplatziert wirkt die barocke Fassade des Rathauses.







Gern verlassen wir die quirlige Großstadt Pamplona und fahren aufs Land. Schnell kehrt Ruhe ein. Die Ausläufer der Pyrenäen prägen das hügelige Ackerland. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel bei kühlen Temperaturen. Auf einem Hügel liegt eines der schönsten Dörfer Spaniens: Sos del Rey Católico. Den Namenszusatz erhielt es durch die Geburt König Ferdinands II. Seine Mutter ritt eigens von Sangüesa in Navarra nach Sos, damit ihr Sohn im Königreich Aragón zur Welt kommt.








Es wird immer einsamer. Auf einer gut ausgebauten Straße, auf dem uns nur sehr wenige Autos begegnen, durchqueren wir eine weite, leicht hügelige Landschaft, in der riesige, jetzt natürlich abgeerntete Kornfelder, bis zum Horizont reichen. In einem kleinen Supermarkt in Sábada kauft Susanne ein, zur ihrer Freude recht gutes Weißbrot. Der kleine Ort Layana bietet uns wieder einen einfachen, aber aussichtsreichen Stellplatz für unser Wohnmobil. Kaum sind wir angekommen, zieht eine Schar Geier über uns hinweg. Trotz der Vorhersage für sonniges Wetter bleibt der Himmel meist grau – typisches Novemberwetter. Peter fährt eine Runde mit dem Rad durch die herbstliche Landschaft.









Der ursprüngliche Name der römischen Fundstätte Los Bañales ist nicht bekannt. Nach deren Blütezeit im 1. und 2. Jahrhundert n.u.Z. verließen die Bewohner die weitläufige Stadt bereits im 3. Jahrhundert wieder. Gut erhalten sind die Thermen und das außergewöhnliche Aquädukt, das einst aus 70 Pfeilern bestand. Es transportierte das Wasser aus einem nahegelegenen Stausee in die Stadt.


