Streitbare Königreiche Kastilien und Aragón

Auf der Weiterfahrt überqueren wir nochmals den Río Pedra, allerdings auf der alten Brücke, die der Überschwemmung vom Unwetter im September stand gehalten hat. Die neue Straße auf dem Damm ist einfach weggespült, die Leitplanken liegen verbogen an den Ufern. Der Durchlass aus Wellblech, der jetzt vor der alten Brücke liegt, war einfach zu klein.

Nachdem man gemeinsam die Mauren von der Iberischen Halbinsel vertrieben hatte, geriet die beiden Großreiche Kastilien und Aragón im 13. und 14. Jahrhundert in Streit. So entstanden, meist auf den Ruinen von maurischen Burgen, gewaltige Festungen. Erst mit der Ehe der Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón kehrte Frieden ein und ein neues, erfolgreiches Zeitalter Spaniens begann.

Die eindrücklichen Zeugen der damaligen Kriege sind heute noch zu sehen. So etwa in Daroce. Die Mauer, die vor dem verfeindeten Kastilien einst schützen sollte, ist vier Kilometer lang und zieht sich im Auf und Ab über die Hügel. Dazu kamen drei Burgen und 116 Türme. Erstaunlich, welchen Aufwand an Geld und Arbeitern hierzu nötig waren.

Auch in Molina de Aragón wacht eine imposante Burganlage über der Stadt. Die im 8. Jahrhundert bis weit in den Norden der Iberischen Halbinsel vorgedrungenen Mauren errichteten auf dem markanten Burgfelsen eine neue Festung, die um das Jahr 1129 im Zuge der Reconquista von Alfons I. (reg. 1104–1134) den Mauren abgenommen und kurz darauf in vergrößerter Form neuerrichtet wurde. Ort und Burg waren lange zwischen den Königreichen Kastilien und Aragón umstritten, ehe sie im ausgehenden 14. Jahrhundert als Mitgift Katharinas von Lancaster endgültig an Kastilien fielen.

4 Gedanken zu “Streitbare Königreiche Kastilien und Aragón

  1. Wow, was für Bilder! Und blauer Himmel. Wunderbar, wo ihr da seid. Und immer viel Geschichtswissen. Da wollen wir auch hin. 😄
    Wir sind jedenfalls gestartet! Heute noch Sturm und Regen in Frankreich..
    Beste Grüße und wir sind gespannt auf eure nächsten Ziele!

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    • Ups, wir stellen grad fest, dass dies auch unsere Tour letztes Jahr war. 😂 Daroca war noch schönes Wetter. Aber dann kam fast nur Regen und Nebel – wir sind ohne Bilder durchgefahren …🙃 Bis zu den Windmühlen. LG nochmals.

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    • Gestern hatten wir mit Saharastaub 20 °C, im Schatten. Ab und zu tröpfelt es, aber meist bleibt es trocken. Und zum Geschichtswissenschaftler, Wikipedia sei Dank. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwo in Spanien. Liebe Grüße aus Uclés

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