Eine Stadt der Tore und Türme sowie eine mittelalterliche Bilderbuchburg

Wieder fahren wir durch eine einsame Landschaft mit weiten Kornfeldern, auf denen das erste Grün schon sprießt. Die Dörfer sind nahezu menschenleer, und es gibt keine Lebensmittelläden, Bars oder sonstige Geschäfte; die Fenster im Erdgeschoss sind alle vergittert. Erst nach mehr als 100 Kilometern erreichen wir Motilla del Palancar, wo es einen gut sortierten Dia-Supermarkt gibt. Nur wenige Kilometer weiter liegt das malerische Alarcón, eingeklemmt zwischen einer Schleife des Río Júcar, auf einem steilen, felsigen Bergrücken. Hier finden sich zwar viele Hotels, doch wie die Bars und Restaurants sind auch diese alle geschlossen, und es gibt auch hier keinen Lebensmittelladen. Dennoch hat die Stadt ihren eigenen Charme. Viele Türme und Tore dienten einst der Verteidigung. Ab dem frühen 8. Jahrhundert herrschten die Mauren über die Stadt, bevor im Jahr 1184 christliche Herrscher die Burg übernahmen und sie weiter ausbauten.

Castillo de Belmonte, eine Burg, wie aus dem Bilderbuch. Sechs imposante Rundtürme, Zinnen, ein sternförmiger Grundriss und eine dominante Lage auf einem Hügel über Belmonte. Auch das Innere überrascht, passt es doch so gar nicht zum mittelalterlichen Äußeren. Die französische Kaiserin Eugénie de Montijo, eigentlich María Eugenia Ignacia Augustina de Palafox Portocarrero de Gumán y Kirkpatrick, Ehefrau Napoleons III., ließ einen dritten Stock hinzufügen und mit Möbeln aus dem 19. Jahrhundert ausstatten. Dreimal kann man die Burg umrunden: im Burggraben, auf dem unteren Wehrgang und auf der zinnbewehrten oberen Galerie mit einer großartige Rundumsicht in die La Mancha.

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