Die Landschaft wir wieder gebirgiger. Wir folgen dem Valle de la Verra an den Südausläufern der Sierra de Gredos. Dabei überqueren wir viele Gebirgsbäche, deren klares Wasser über die runden Steine sprudelt und dabei die Garagantas schuf, wunderschöne Naturschwimmecken, in denen es in den heißen Sommern bestimmt eine Wohltat ist, darin zu baden.



Wir suchen uns einen Parkplatz an der Garganta la Olla und besuchen den gleichnamigen Ort, der das Prädikat schönstes Dorf der Region trägt. Doch auch hier ist die Landflucht zu spüren: Viele der alten Häuser sind unbewohnt und zerfallen zusehends. Dennoch sind ein paar Lebensmittelläden geöffnet, die regionale Produkte anpreisen. Ein leuchtend blaues Haus fällt auf. Die Casas de las Muñecas diente zu Zeiten Karls V. als Bordell für dessen Gefolge. Aus einem späteren Verkauf wurde 1760 dem Pfarrer ein neues Heim geschaffen.








Dann wandeln wir auf den letzten Spuren Karls V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und König des spanischen Weltreiches, „in dem die Sonne nie unterging“. Mit 55 Jahren ging der Kaiser in Ruhestand, übertrug seine Ämter auf seinen Bruder und zog in die Abgeschiedenheit, um den „selbstgewählten Weg zu sich selbst“ zu finden. An das Hieronymiten-Kloster San Jerónimo de Yuste lies er sich seinen wirklich bescheidenen Altersruhesitz mit sieben Zimmern bauen. Auf Komfort mußte er jedoch nicht verzichten: 60 Bedienstete kümmerten sich um ihn. Schwer von der Gicht geplagt, er soll dem Essen und Trinken kräftig zugesprochen haben, reiste er in einer speziellen Sänfte, hatte einen eigenen „Rollstuhl“ und von seinem Schlafzimmer aus eine Verbindungstür in die angrenzende Klosterkirche. So konnte er vom Bett aus die Messe verfolgen. Spannend zu lesen und gut geschrieben ist der 2024 erschienene Roman von Arno Geiger „Reise nach Laredo“. Karl V. bricht aus der Eintönigkeit des Klosters aus und begibt sich mit seinem unehelichen Sohn Geronimo sowie Honza und Angelita, einem jungen Cagot-Geschwisterpaar, auf eine abenteuerliche Reise.










