Die Bebauung wird dichter, die freien Stellplätze immer weniger. So beschließen wir nach fast vier Monaten Spanien zu verlassen. Wir kaufen nochmals ein, fahren dann zügig über die Grenze und erreichen Frankreich. Über viele Kilometer ist die Landschaft zugebaut, immer mehr Wohnmobile kommen uns entgegen oder stehen auf den wenigen offiziellen Plätzen. Irgendwann kommen wir doch wieder in ländliche Gefilde. In Saubusse, einem kleinen Ort mit nur wenigen Häusern, stehen wir am träge dahinfließenden, braunen Adour. Über den Tag kommen viele Franzosen, führen ihre Hunde aus, gehen spazieren oder picknicken.

Wir fahren auf den selben Straßen wie auf der Herfahrt, jetzt nur einem strahlend blauen Himmel, statt im dichten Nebel. Trotzdem sehen wir nicht allzu viel. Dicht gepflanzte, junge Nadelbäume, wozu auch die immer dienen, begleiten uns über weite Strecken. Schön sind die Platanen-Alleen mit den mächtigen, hoch aufragenden Bäumen. In Houeillès schwenken wir am bekannten Platz ein. Erst fliegen französische Jets über uns hinweg, dann gurrt den ganzen Tag über eine Schar Tauben. Am Abend wird es ruhiger.


Weiter geht es auf bekannten Wegen zu bekannten Orten. Beim Städtchen Bouziès, nur über eine schmale Brücke zu erreichen, stehen wir wieder einmal in der impossanten Schlucht des Lot. Unweit ist in die steilen Felsen ein Weg gesprengt, um den Treidlern das Leben etwas leichter zu machen. An der Schleuse, an der Peter vor vielen Jahren Hilfsschleusenwärter war, sind die Kurbeln abmontiert. Schade, aber so werde ich nicht verführt, daran herumzuspielen.



Wir fahren auf der kleinen und ruhigen Straße entlang des Lot und entdecken zufällig den schönen und sogar offiziellen Wohnmobilplatz der Gemeinde Boisse-Penchot. Da er auch malerisch direkt am Fluss in einem kleinen Park liegt, bleiben wir spontan hier.


Eigentlich wollten wir über die Monts du Cantal fahren, doch die Berge sind weiß und der Col de Redondet auf 1529 m reicht fast bis zu den Gipfeln. So umfahren wir den ehemaligen Vulkan und versuchen es bei unserm „alten” Platz am Col de la Croix-Morand. Der liegt immerhin auch auf 1401 m, ist aber schneefrei. Die Berge um den Puy de Sancy oberhalb des Kurortes Mont Dore sind dagegen noch mit Schnee bedeckt, die Skifahrer freut es. Der Pfad hinauf zum Puy de la Tache (1632m) ist matschig und klitschig, aber schnee- und eisfrei. Ringsherum steigen die Wolken in den Himmel, aus einigen regnet es. Bei uns bleibt es trocken.





Heute fahren wir viele Kilometer. Vorbei am Puy de Dome und Clermont-Ferrand kommen wir nach Le Mayet-de-Montagne. Unterwegs waren schon einige Straßen gesperrt, wir konnten gerade noch durchhuschen: Das traditionelle Radrennen Paris-Nizza führt hier vorbei. Auch an unserem Stellplatz, nun schon das dritte Mal stehen wir hier, kommen die Fahrer vorbei. Doch es dauert eine ganze Weile. Das Rennen musste wegen Regen, Schnee und Hagel für gut eine Stunde unterbrochen werden. Wir haben davon glücklicherweise nichts mitbekommen. Wieder sind wir einem Unwetter entkommen.


Es ist schon fast ein Stammplatz: Neben vielen anderen durchreisenden Wohnmobillisten stehen wir wieder einmal am Ufer des Doubs in Dole. Prächtig ist die Kirche mit dem hoch aufragenden Turm und schön, die vielen alten Tore und engen Gassen.








Wir folgen unserem alten Bekannten, dem Doubs, der hier zugleich der Rhein-Rhone-Kanal ist. Bei regnerischem Wetter bleiben wir in der Einsamkeit an einer der vielen Schleusen stehen.

Jetzt geht es aber schnell. Wir legen in Thann, unterhalb des wolkenverhangenen und schneebedeckten Grand Ballon eine letzte Zwischenrast in Frankreich ein, bevor wir nach Deutschland zurückkehren. In Donaueschingen nutzen wir den schön gelegenen Stellplatz. Unweit „bringen die Brigach und Breg die Donau zu Weg”. Doch Donaueschingen beansprucht die Donauquelle für sich und schuf dafür ein Monument. Über der Donauquelle wacht die Mutter Baar und weist ihrer Tochter, der jungen Donau, den Weg.




Die Heuneburg, eine alte keltische Siedlung, ist leider noch geschlossen.

Von der Heuneburg aus erspähen wir einen Aussichtsberg mit Kirche. Auf enger Straße fahren wir hinauf auf den 767 m hohen Bussen. Fast einsam stehen wir hier oben, nur ein paar Ziegen im nahen Gehege leisten uns Gesellschaft. Etwa 150 km entfernt präsentiert sich eine 300 km langes Alpenpanorama, vom Herzogsstand über die Zugspitze bis hin zu den Schweizer Alpen.




Noch ein letzter Stopp. Oberhalb der Gemeinde Eselsburg bleiben wir für eine kurze Rast. Peter spaziert entlang der Brenz um den Buigen. Hier bauten schon die Kelten eine Wehranlage. Und begleitet vom Frühling fahren wir das letzte Stück nach Hause.




Schön, dass Ihr uns auf unserer Reise durch Spanien begleitet habt. Nun tut es wieder gut, auf alt bekannten Wegen durch die fränkische Heimat zu streifen und die erwachende Natur zu beobachten. Nur irgendwann wird das Reisefieber wieder steigen. Und dagegen gibt es nur ein Mittel: Die wunderbare Welt erkunden.
eine wunderbare Reise habt ihr da gemacht und uns mit großartigen Fotos daran teilhaben lassen. Vielen Dank dafür.
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