VOM INGOLSTÄDTER HAUS ZUR WIMBACHGRIESHÜTTE

Im Winterraum des Ingolstädter Hauses war es zwar ruhig, doch die abgestandene warme Luft treibt uns früh aus dem Lager und an die frische Luft. Draußen überrascht uns ein farbenprächtiger Sonnenaufgang. Trotzdem bleibt es den Tag über wieder sehr warm und bis auf ein paar thermische Wolken strahlt ein blauer Himmel über uns.

Heute gönnen wir uns ein ausgiebiges Frühstücksbuffet. Den steilen Aufstieg über 450 Höhenmeter zum Großen Hundstod lassen wir heute lieber bleiben. Der einstündige Spaziergang auf den Kleinen Hundstod bietet auch eine grandiose Aussicht, zumindest nach Süden. Über dem Zeller See thront der Großglockner. Nach einem kurzen Abstieg an der Hütte vorbei, führt der steile Steig durch die letzten kargen Ausläufer des Steinernen Meeres zum Hundstodgatterl hinauf. Droben angekommen, baut sich die mächtige Pyramide der Watzmann-Südspitze vor uns auf. Auf deren Schotterwegen sind die ersten Wanderer bereits am Abstieg. Später kreisen zwei Helikopter um den Gipfel, um eine junge Frau, wie wir später erfahren, zu bergen. Glücklicherweise war sie „nur“ erschöpft. 

Von nun an geht die restliche Wanderung nur noch bergab. Wir passieren den Pass Trischübel, wo ein Weg nach St. Bartholomä abzweigt. Genau am richtigen Platz steht wie gerufen eine Bank. Bei einer ausgiebigen Rast genießen wir den Blick in das breite Tal des Wimbachgries. Wegen der eigenen Schwerkraft ist es ständig, aber kaum merklich, in Bewegung. Die starken Regenfälle dieses Jahres haben jedoch große Schuttmassen von den Hängen gespült. Wegweiser und Bäume stecken gut einen Meter tief im Geröll.

Unverhofft stehen wir vor der Wimbachgrieshütte, die den Naturfreunden gehört. Achmed, ein bayrisch sprechender, stets gut aufgelegter Nepalese kümmert sich um uns. Es gibt riesige Semmelknödel in einigen Variation: als Suppe, mit Gulasch oder Pilzen als Beilage. Auch nachdem die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, bleibt es warm: Ein wunderbare laue Sommernacht. Angeregte Gespräche, wie auf jeder Hütte, lassen es spät werden. Wir wähnen uns fast auf einer Bildungsreise.

Tourdaten:

Strecke: 10 km

Aufstieg: 393 m

Abstieg: 1.183 m

2 Gedanken zu “VOM INGOLSTÄDTER HAUS ZUR WIMBACHGRIESHÜTTE

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