Mudéjar-Stadt Tarazona.
Bei sonnigem Wetter verlassen wir Arguedas, überqueren den träge dahinfließenden schlammbraunen Ebra und kommen nach Tarazona. Geprägt ist diese Stadt, wie viele andere in Spanien auch , vom Baustil der Madajuren. Dies waren Muslime unter einer nicht-islamischen Herrschaft und viele von ihnen geschickte und erfahrene Baumeister und Handwerker.






Römerstadt Bilbilis
Viele Kilometer fahren wir durch eine weite und recht eintönige Ebene. So kommen wir bis nach Calatayud, das in einem Talkessel, eingerahmt von hohen Bergen liegt. Auf steiler und enger Straße erreichen wir den Besucherparkplatz der Römerstadt Bilbilis. Hier ist es ruhig und wir haben einen schönen Blick ins Tal des Rio Jalón. Die römische Siedlung nahm fast den ganzen Berg Cerro de Bámbola ein. Sie war in den ersten beiden Jahrhunderten n.u.Z. ein wichtiges militärisches und administratives Zentrum, in dem auch der Handel blühte. Auch wurden hier Waffen und Werkzeuge hergestellt. Mächtig ist die Plattform des Forums, auf dem auch ein Tempel stand. Das Rund des Theaters ist noch gut zu sehen. Auch gab es hier Thermen. Aber wie kam das viele Wasser hier auf den Berg?



Geschlossener Park beim Monasterio de Piedra
Wir verlassen Calatayud, erklimmen die Berge und lassen so den Nebel im Tal des Río Jalón hinter uns. Ziel ist das Monasterio de Piedra. Doch als wir auf dem weitläufigen Parkplatz ankommen, steht da kein einziges Auto. 1194 erhielten Mönche eine vormals arabische Burg geschenkt und errichteten darauf ein Kloster, um den Glauben in der Gegend zu festigen. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es gebrandschatzt und geplündert. Ein Pablo Muntades Campeny übernahm die Gebäude und betrieb Landwirtschaft, sein Sohn gestaltete am Río Pedra einen Park und legte die erste Fischzucht in Spanien an. Leider ist der sehenswerte Park geschlossen. Vielleicht ist der Grund ein Unwetter am 5. September diesen Jahres, als der Fluss statt einen Kubikmeter pro Sekunde 31 Kubikmeter Wasser führte und die Anlage überschwemmte. So fahren wir etwas enttäuscht weiter an den einsamen Stausee Embalse de la Tranquera. Eigentlich müsste er nach dem trockenen Sommer fast leer sein, doch jetzt stehen die Bäume metertief im braunen Wasser.








Kraniche an der Laguna de Gallocanta
Bei der Weiterfahrt passieren wir nochmals das Monasterio de Piedra. Entlang der mächtigen Wehrmauer gelangen wir zum Río Piedra, der wild sprudelnd mit viel Wasser in den jetzt geschlossenen Park fließt. Später kommt uns ein Auto entgegen, dessen Fahrer uns signalisiert, dass die Straße gesperrt ist. Dennoch fahren wir weiter und stoßen schon nach kurzer Strecke auf eine Baustelle. Die Bauarbeiter winken uns durch. Dann sehen wir, dass der unscheinbare Bach auf vielen Kilometern das Tal meterhoch überschwemmte, Bäume und Leitplanken mitriss und die Teerdecke auf großer Strecke abtrug. Die Straße ist notdürftig repariert, so erreichen mit einigem Hoffen und Bangen unser Ziel: die Laguna de Gallocanta. Von unserem Übernachtungsplatz aus beobachten wir einen riesigen Schwarm Kraniche. Als Peter sich ihnen nähert, fliegt der gesamte Schwarm auf und zieht in die nächste Bucht. Am späten Nachmittag kehren sie wieder in unsere Nähe zurück, sind jedoch auch diesmal scheu und fliegen auf und davon. Wie im Kino bestaunen wir die farbenprächtigen Sonnenauf- und -untergänge.










Super Bilder um die Kraniche und die Abendstimmung👍👍👍
Wünsche euch weiter eine gute und schneefreie Fahrt
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Danke, Jürgen. Derzeit ist es noch kein Schnee in Aussicht, obwohl wir auf 1700 m sind. Und es geht ja immer weiter in den Süden.
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Das Monasterio de Piedra ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Wunderschön ist es dort.
Unbedingt unter der Woche! Wir waren zweimal dort und hatten den Park fast für uns alleine.
Angeblich soll in drei Monaten wieder eröffnet werden.
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