Nach der Großstadt freuen wir uns wieder auf die Einsamkeit. Kaum lassen wir die Stadtgrenze von Salamanca hinter uns, wird es sehr einsame. Die nächsten Tage sehen wir kein Wohnmobil und auf vielen Kilometer kein Auto. Die landwirtschaftlich geprägten Dörfer sind meist menschenleer, kein Lebensmittelgeschäft, kein Kaffee säumt die Straßen, viele Häuser verfallen. Wir nähern uns der Grenze zu Portugal und dem Grenzfluss Río Duero, oder portugiesisch Douro. In Fermoselle bekommen wir in einem winzig kleinen Lebensmittelladen das Nötigste, vor allem ein gutes Brot. Auf enger Straße fahren wir zur Ermita de Santa Cruz, wo wir im umgebenden Picknick-Areal wunderbar stehen können. Über den Tag hinweg kommen nur drei Besucher. Einen kleinen Spaziergang entfernt liegt der Mirador de las Escaleras, mit Blick auf den schlammbraunen Río Duero.




Nur ein paar Autominuten weiter erreichen wir die nächste wunderbar gelegene Kirche, die Ermita de Nuestra Seńora del Castillo. Als wir ankommen segelt ein Dutzend Geier über dem Kloster, das auf den Resten eines Castells erbaut wurde (deshalb bestimmt auch der Name). Wieder nur ein paar Schritte entfernt bietet der Mirador de las Barrancas einen Blick auf den immer noch schlammbraunen Río Duero. Dann kommt ein kleiner Sturm auf, der heftige Regenschauer über uns hinwegfegt.





Nach einer Nebelfahrt durch weite Kornfelder kommen wir nach Ampudia. Mit Blick auf ein wieder hergestelltes Castillo können wir zwei Tage bleiben. Leider sind nur der Innenhof und einige Räume der idealen Burg, die mit allerlei Sammelsurium gefüllt sind, geöffnet. Über den Häuser mit den schönen Laubengängen erhebt sich der 63 m hohe Turm der Colegiata de San Miguel, deren Glöckengeläut etwas unrhythmisch und wild klingt. Sehenswert sind die Laubengänge, die meisten gestützt durch alte, krumme Baumstämme. Obwohl die Häuser gut erhalten sind, begegnete wir auch hier nur ein paar Menschen.






Dann schnurgerade Straßen durch Kornfelder bis zum Horizont, die auf das Gebirge zuführen.

Den letzten Halt vor der Gebirgsüberquerung, mit Blick auf die schneebedeckten Berge machen wir bei Velilla del Río Carríon. Lange waren die Bewohner im Kohlebergbau tätig, doch diese Zeiten sind vorbei. Nachdem auch ein Kraftwerk stillgelegt wurde, verlassen immer mehr Menschen den Ort. So verkommen viele der unbewohnten Häuser zu Ruinen. Auch wenn die Sonne das Flussufer in goldenes Licht taucht, bleibt doch die Tristes der vielen Orte.



Es war kalt in der Nacht, jedoch strahlt ein blauer Himmel über uns. Durch einsame Landschaften schrauben wir uns immer höher, auch die mittlerweile schneebedeckten Berge werden immer mächtiger. Die Straße ist gut ausgebaut und glücklicherweise trocken. An der Puerto de San Glorio erreichen wir 1609 m. Obwohl uns ein ebener Parkplatz mit viel Aussicht lockt, fahren wir weiter. Es hat gerade mal Null Grad und es weht ein eiskalter Wind.

Über viele Kurven und durch eine zunehmend frühlingshafte Landschaft geht es wieder bergab. Zufällig erspähen wir einen Parkplatz, wieder einmal bei einem Kirchlein, der Igelsia de Santa María de Lebeña. Da bleiben wir für heute auch stehen. Und hier explodiert gerade die Natur, viele Blumen sind am blühen und das Grün schießt richtig in die Höhe. Ja, es grünt so grün, …






Also jetzt muss ich es mal sagen resp. schreiben, Ihr macht auf Eurer wunderschönen Reise noch schönere Fotos, wirklich einmalige Aufnahmen, Gratulation!
LikeGefällt 1 Person
Vielen Dank.
LikeGefällt 1 Person