VON DER DÉSERT DE AGRIATES IN DIE BALAGNE

Wir verlassen den Norden der Insel und wollen nun Stück für Stück weiter in den Süden. Auf breiter Straße mit ungewohnt viel Verkehr fahren wir entlang der DÉSERT DE AGRIATES. Immer wieder zweigen Pisten zu den traumhaft beschriebenen Stränden ab. In den Reiseführern sind die Zustände der Straßen als abenteuerlich beschrieben. So steht auch an fast jeder Kurve ein Werbeschild für 4×4 Navettes durch die kargste Landschaft Korsikas. Wir belassen es beim Schauen.

Die erste Pause machen wir am Pass BOZZA DI VEZZU. Hier ist ein reges Kommen und Gehen, wir sind inmitten eines recht touristischen Gebiets. Peter schlägt sich durch die Macchia hinauf zu einem kleinen Aussichtsberg, der CIMA DI U PESU. Mittlerweile hat es fast wieder 30 Grad C, der Schweiß rinnt in Strömen und die Büsche kratzen an den Beinen. Doch die Rundumaussicht belohnt die Mühen. Zurück reicht der Blick in den Golf von SAINT-FLORANT, im Süden liegt das ausuferende l`LLE ROUSSE mit den weiten weißen Stränden und dem türkisblauen Wasser.

Wir schlängeln uns hinunter in die Ebene der BALANGE, dem Garten Korsikas. Die Küste ist nun verbaut, es gibt nur wenige Zufahrten. Wir holpern zum Parkplatz der PLAGE DE LOZARI und vespern erst einmal, danach schwimmen wir eine Runde im warmen und klaren Wasser. L´LLE ROUSSE will uns gar nicht gefallen; so biegen wir ins Landesinnere ab und fahren durch einige schöne Dörfer. Durch die malerischen Gassen von PIGNA bummeln wir ein wenig. Hier haben sich, ausgehend von der Bewegung Corsicada aus den 1960er Jahren, Künstler und Musiker angesiedelt.

Nach vielen kurvenreichen Kilometern erreichen wir CALENZANA, den nördlichen Ausgangspunkt des GR 20. Hier starteten Peter und Christian die traumhafte Wanderung durch die Berge Korsikas. Nach einigem suchen finden wir auch die Bar GR 20, wo das Abenteuer mit einem Pastis begann.

Der barocke Kirche EGLISE SAINT-BLAISE mit ihrem frei stehenden Glockenturm dominiert das Ortsbild. Davor ist der CAMPO SANTO DEI TEDESCHI. Am 14. Januar 1732 starben hier 500 deutsche Söldner. Der deutsche Kaiser Karl VI. hatte den Genuesen ein deutsches Hilfskorps mit 8 000 Söldnern verkauft. Die Genuesen schickten 800 davon nach Korsika, wo sie von den Korsen geschlagen wurden. Auf dem Friedhof fanden die armen Söldner die letzte Ruhestätte. Jedes Jahr kamen die Geistlichen und besprengten die Ruhestätte mit Weihwasser; so rächten sich die Korse an den Feinden, welche ihnen ihre Unabhängigkeit zu morden kamen.

Ein Gedanke zu “VON DER DÉSERT DE AGRIATES IN DIE BALAGNE

  1. Stellt euch das mal vor:
    Durch die Wüste von Korsika sind wir als junges Paar während unserer Korsika-Umrundung im Sommer mit den Fahrrädern gefahren! – Ich bin damals fast verdurstet!
    In Hannover ist es momentan recht kühl und stürmisch.
    Liebe Grüße
    Christine von der Anima mea

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