EIN DORF SCHÖNER ALS DAS ANDERE

Langsam kehrt auch bei uns der Frühling ein, die Nächte sind nun frostfrei und die Bäume und Blumen zeigen ihre ersten leuchtenden Farben. Wir hangeln uns von Dorf zu Dorf, einige davon zählen sich zu den schönsten Frankreichs. Es gibt, Stand 2022, insgesamt 164 davon, in OKZITANIEN alleine 47. Da haben wir ja noch einiges vor uns.

Noch sind wir im Département Rhône und besuchen „zwei Dorfschönheiten in Goldgelb“, so wie sie Hilke Maunder auf ihrer Webseite meinfrankreich.com beschreibt: Oingt und Theizé. Pierre Dorées heißt der Sandstein, der so typisch für die Dörfer des Beaujolais ist. Vor allem in Oingt haben sich viele Künstler angesiedelt, deren Ateliers jetzt in der Nebensaison jedoch meist verschlossen sind. So wirken die beiden Städtchen auch etwas verlassen.

Auch Mirmande, im Département Drôme gelegen, zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Die Häuser klettern einen Hang empor, in den engen Gassen ist nur Platz für die Fussgänger. Alle Häuser sind aus Naturstein und viele liebevoll restauriert. Sympathisch finden wir, dass auch hier das Übernachten im Wohnmobil am Ortseingang ausdrücklich erlaubt ist.

Nun sind wir, nach knappen zwei Wochen, am eigentlichen Ziel unserer Frankreichreise angekommen: der Region Okzitanien. Erst 2016, nach dem Zusammenschluss von Languedoc-Roussillon und Midi–Pyérénes, erhielt die Region den Namen OCCITANIE, nachdem sich bei einer Volksbefragung 44,9 Prozent der Stimmen dafür entschieden hatten.

Etwas schmeichlerisch nennt sich Goudargues das „Venedig des Gard“. Eine üppige Quelle entspring hier und plätschert munter durch die Dorfmitte. Im Sommer spenden große Platanen Schatten. Heute regnet es aber fast den ganzen Tag über. Wie wir von einem Freund erfahren, ist es im Norden Norwegens wärmer und sonniger.

Auf dem weiteren Weg nach Süden lädt die Schlucht CONCLUSES DE LUSSAN zu einer kleinen Wanderung ein. Eine gute Stunde führt ein Steig hinunter ins tiefe Tal der Aiguillon. Der Endpunkt ist ein enges Portal, das sich der Fluß in den letzten 15 Millionen Jahren geschaffen hat. Im Sommer trocknet der Fluß aus, nun, nach dem starken Regen des letzten Tages ist die Engstelle unpassierbar.

Lussan liegt, mauerumwehrt, auf einer Hügelspitze und ist, wie kann es anders sein, eines der schönsten befestigten Felsendörfer Frankreichs. Wieder lädt uns ein großzügiger Parkplatz am Fuße des Dorfes zum Verweilen ein. Geprägt ist die Gegend von einer schaurigen Geschichte. Gegen 1525 erreichten Calvinisten die Gegend. 300 Jahre dauerten die Auseinandersetzung mit der Katholischen Kirche und den französischen Kaisern, allen voran Ludwig XIV. und Ludwig XV. Erst 1822 konnten Protestanten im Schatten der Stadtmauern ihren „Temple“ einweihen.

4 Gedanken zu “EIN DORF SCHÖNER ALS DAS ANDERE

  1. Hallo ihr zwei. Leider kreuzen sich unsere Wege nicht (wir sind aktuell in der Nähe von Limoges), aber irgendwann schaffen wir es, uns endlich mal persönlich kennenzulernen. Habt eine gute Reise, wir sind in ein paar Tagen erstmal wieder zurück in D. Viele Grüße von Karin und Klaus

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  2. So eine schöne Gegend … und alles so sauber … wie geleckt.
    Farben stechen in dem Beige/sandfarbenen Mauern heraus und die Orte sehen einwenig wie Puppenstuben aus.
    Interressant auch der Fahrradrahmen. Irre gebogen … mal was anderes.
    Und dann ein Trabbi mit Gorbi … die Wende hat anscheinend im Ausland Eindruck gemacht. Leider haben die Deutschen das nicht genutzt und ist ungebraucht verpufft.
    LG Francis

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