MIT EINEM VIERBEINIGEN SCHMUGGLER UNTERWEGS AUF DEM WEG DER ZÖLLNER

In der Nacht hat es noch ein paar geschaukelt, der Morgen weckt uns mit rosa Wolken, die der laue Wind nur langsam über den Himmel schiebt. Mit uns standen sechzehn Wohnmobile am Platz, so viel haben wir im letzten Winter insgesamt nicht gesehen. Aber der Platz ist ja groß und wir hatten genug Abstand zu unseren zahlreichen Nachbarn.

Natürlich sind wir wieder die Ersten, die losfahren. In BARCAGGIO parken wir für die Rückfahrt den Roller, kurz nach acht Uhr sind wir schon in MACINAGGIO.

Der Ort mit seinem geschützten Hafen spielte in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle, pflegte man am CAP CORSE bis zur Französisierung mit Italien rege Handelsbeziehungen, manchmal auch illegale. Für die korsische Geschichte ist das Jahr 1789 von großer Bedeutung, hier landete Pasquale Paoli nach 20-jährigem Exil in London. „Der Vater des Vaterlandes“, wie in die Korsen nennen, war ein Revolutionär und Widerstandskämpfer. An der Spitze der korsischen Guerilla gelang es ihm, die Genuesen aus dem Landesinneren zu vertreiben. Daraufhin erlangte Korsika für kurze fünfzehn Jahre die Selbstständigkeit, Paoli gab der Insel eine demokratische Verfassung und ein relativ fortschrittliches Staatswesen. Doch die Genuesen verkauften die Insel an Frankreich, das die korsischen Truppen 1769 besiegte und Paoli ins Exil schickte. Seitdem ist Korsika, abgesehen von eine kurzen Unterbrechung, französisches Staatsgebiet. Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution kehrte Paoli zurück.

Peter läuft auf dem WEG DER ZÖLLNER immer der Küste entlang nach BARCAGGIO. Im Osten der Insel weht kein Windhauch, es wird schnell heiß. Leider liegt auf den wunderschönen Stränden meterhoch Seegras, sodass auch das Meer keine Erfrischung bietet. Immer wieder huschen Eidechsen über den Weg, aus der Macchia steigt ein würziger Duft auf, an den Stränden stehen Kühe faul im Sand. Schon bald gesellt sich ein vierbeiniger Schmuggler hinzu. Mache ich Pause, wartet er zwei Kurven weiter auf mich. Entgegenkommende Wanderer schauen mich böse an, da der Schmuggler mit deren Hunden spielen will. Wild gestikulierend versuche ich zu erklären, dass das nicht mein Hund ist. Kurz von BARCAGGIO ist ein kleiner Strandabschnitt frei von Seegras. So paddle ich im knietiefen Wasser herum, um mich etwas abzukühlen. Wunderbar ist es, mit dem Roller zurückzufahren, der frische Fahrtwind tut gut.

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