DIE BUNTEN HÄUSER VON BOSA

Nur ein paar Kilometer von ARGENTIERA entfernt liegt am weiten Golf von PORTO CONTE das CAPO CÁCCIA. Wie eine riesige Haifischflosse ragt die Vogelinsel FORADADA aus dem silbrigen Meer. Ein Trampelpfad führt entlang der steil abfallenden Küste, hoch über der türkisblauen CALA D’INFERNO, zum mittelalterlichen Sarazenenturm TORRE DELLA PEGNA. Trotz blauer Markierung und einiger Steinmännchen verlaufe ich mich ein paar Mal in der der hüfthohen Macchia.

Am nächsten Tag durchstreifen wir ALGHERO, laut Reiseführer die schönste Stadt Sardiniens. Die Spanier regierten hier 400 Jahre. So sprechen die Einwohner auch heute noch einen katalanischen Dialekt, auf den Speisekarten wird Paella angeboten. In den belebten Gassen ist ein Souvenir-Geschäft neben dem anderen, die meisten bieten leuchtend roten Schmuck aus Korallen an. Etwas abseits vom Touristenstrom verfallen die Häuser, nur ein paar ältere Frauen pflegen liebevoll ihr kargen Pflanzen rund um die Haustür. Mache Blumen stecken in fantasievoll bemalten Plastikflaschen. Natürlich müssen wir, wie bisher bei jeden Besuch der Stadt, in der Markthalle einkaufen. Hier gibt es die kleinen grün-roten sardischen Tomaten mit viel Geschmack. In der Metzgerei sehen wir ein dunkelrotes Stück Fleisch, das wunderbar für Rouladen geeignet ist. Der Metzger schneidet uns mit dem Messer dünne Scheiben ab. „Genug, das langt.“ Doch er ist anderen Meinung, schneidet noch ein großes Stück ab und bedeutet dem Peter gestenreich, für den das gute Stück wohl sein soll, auf beiden Seiten nur kurz anbraten. Dann legt er kurzerhand noch vier Koteletts dazu, ohne sie zu wiegen, und fragt: „10 Euro?“. Wir nicken etwas überrascht und haben dann Probleme den Fleischberg im Kühlschrank unterzubringen.

Das Wetter wird nun wechselhaft, der Seewind schiebt dicke schwarze Wolken über die Berge, in den weiten Tälern liegt der Frühnebel unter der strahlenden Sonne.

In der weiten Landschaft, durchschnitten von Trockenmauern, liegt auf einer Anhöhe die NURAGHE APPIU, umgeben von Korkeichen und Olivenbäumen. Selbst als Steinhaufen strahlt sie noch eine gewisse Macht und Würde aus.

In BOSA MARINA finden wir am Ende eine langgestreckten Landzunge einen ruhigen Platz. Die Sonne erobert sich noch einmal den Himmel und wir können in der flachen Bucht baden, bevor die Wolken immer dichter werden.

In der Nacht schiebt sich ein Tief heran, am Morgen ist der Himmel grau und es beginnt erst leicht, dann immer stärker zu regnen. Doch wir sind ja nicht aus Zuckerwatte, schnappen uns den Regenschirm und erkunden das bunte BOSA. Vorbei an den schmalen Häusern der Gerber, die der Stadt mit anderen Handwerkern früher einen gewissen Wohlstand bescherten, und über die alte Brücke über den TENO kommen wir ins alte Zentrum. Am Fluss liegen kleine Fischerboote, an der Uferpromenade stehen herrschaftliche Häuser. Leider ist die einst prächtige Palmenallee dem Palmrüssler zum Opfer gefallen. Wir steigen die Gassen den Hügel zum CASTELL mit den bunten Häusern hinauf. Das Wasser rinnt über das Pflaster aus runden Kieselsteinen.

Die regnerische Nacht verbringen wir vor der mittelalterlichen Kirche SAN PIETRO EXTRAMUROS.

5 Gedanken zu “DIE BUNTEN HÄUSER VON BOSA

  1. Wundervoller interessanter Bericht, schöner Schreibstil – wie immer!
    Ich liebe bunte Farben. Und bewundere euch, wie ihr so lange am Stück unterwegs seid. Ganz liebe Grüße nach Sardinien; bin gespannt, wie euer Abenteuer weitergeht… 😉

    Gefällt 1 Person

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